Montag, 28. Mai 2012

Konfirmation im Grünen

Hallo, Ihr Lieben!


Wir haben es geschafft, und eine weitere Konfirmation hinter uns gebracht. Wir hatten zwar ein paar "personelle" Ausfälle, aber dafür einen sehr schönen Gottesdienst, traumhaftes Wetter, leckeres italienisches Büffett und ganz liebe Kuchenbäckerinnen, die mir dadurch einige Arbeit abgenommen haben.

Zwischendurch musste die Oma der Konfirmandin einen rutschenden Träger festnähen, der Papa hat vor lauter Ehrgeiz Sonntag morgens noch eine neue Birke vor's Haus gestellt, weil die erste schon kaputt war. Große Tochter wußte nicht, was sie anziehen soll, Nichte wußte nicht welche Schuhe, dann auch noch das verlorene Champions-League-Finale (deshalb wurde es Samstag Abends spät...),Mama hatte nachts um halb eins fast einen Nervenzusammenbruch, weil die Lockenwickler sich nicht mit den Haaren vertragen haben  - aber sonst war alles super!

Dabei war es ja schon immer mein Traum, im Garten unterm Pflaumenbaum den Tisch decken zu können - und diesmal hat es geklappt , siehe oben!

Ansonsten läßt sich leicht erkennen, dass sich eine gewisse Farbe den ganzen Tag lang durchgezogen hat. Irgendwie hab ich da wohl echt einen kleinen Spleen :), aber ich mag's halt, wenn alles aus einem Guß ist.


Ansonsten ist grad meine Stimme weg, die Familie ist begeistert, telefonieren kann ich auch nicht, aber Zeichensprache :). Deshalb blieb mir heute nix anderes übrig, als das hier zu schreiben.

Habt noch einen wunderschönen Pfingstmontag!

Liebe grün-türkise-petrolfarbene Grüße, Eure Uli

Freitag, 4. Mai 2012

Hochzeitsmonat Mai

Meine Güte, alles anders bei Blogger! Bis ich nun endlich mal rausgefunden haben, wo hier der nächste Post eingegeben werden kann - ist es unübersichtlich, oder ist der Mensch einfach ein Gewohnheitstier und hat mit zunehmendem Alter mehr Probleme, sich auf was Neues einzustellen? Ich komme mir ein bißchen vor, wie auf unbekanntem Terrain, bitte vorsichtig weitergehen!

Letzte Woche hat Nachbarskind geheiratet und da hatte ich doch mal wieder einen Grund eine Hochzeitskarte zu machen - es dauerte ewig. Ich hatte soviele verschiedene Hochzeitsideen im Kopf - und am Ende musste es schnell gehen, sonst hätten die ohne mich angefangen :) Zum Glück brauch ich demnächst noch eine, die wird dann wieder total anders. Hier also mein Vorschlag für das rot-weiße Hochzeitsglück (oh Mann, Bilder hochladen dauert ja auch noch viel länger als sonst!!) :







Ich hab für die Befestigung der beiden Röschen extra Löcher gestanzt und Ösen reingeknipst (wie heißt das richtige Wort dafür ???) , das war alles sehr mini. Die ebenfalls winzigen Schleifchen haben mich fast den letzten Nerv gekostet, da bricht man sich fast was ab! Jedenfalls lieb ich diese Spitzenbordüren-Stanze, die kann man für alles verwenden: Hochzeit, Baby, 80. Geburtstag...ein Multitalent!

Schönes Wochenende, machts Euch schön, eßt Erdbeeren und trinkt ne Maibowle dazu...!

Eure Uli


Sonntag, 29. April 2012

Frühlings-G'schichtle

 
Der alte Gärtner und die Tulpe

In einem Lagerschuppen nahe einem Garten lebte einmal eine zufriedene und bequeme Tulpenzwiebel. Vielleicht wäre sie dort alt geworden, wenn sie der Gärtner nicht eines Tages ergriffen hätte, um sie einzupflanzen.
„Es ist an der Zeit“, sagte er zu ihr. „Heute ist die Stunde für dich gekommen, das Leben kennen zu lernen.“ „Deine rätselhaften Worte machen mir Angst“, entgegnete die Tulpenzwiebel mit zitternder Stimme. „Das Leben zu lernen scheint mir nicht so verheißungsvoll zu sein, wie du es sagst. Es ist so ungewiss, was aus mir werden wird. Stimmt es denn, dass man in die tiefe dunkle Erde muss und ganz schmutzig wird? In dem Lagerschuppen, in dem ich bisher lebte, war alles sauber. Ich war bei meinen Freunden und fühlte mich geborgen.“ „Du wirst dein Leben in dieser sauberen, wohl behüteten Umgebung nicht finden. Du wirst dich auf die Suche machen müssen, sonst vertrocknest du zu einer alten, dürren Zwiebel. Das Leben würde nie in dir aufbrechen, wenn du so bleiben willst, wie du jetzt bist. Du wirst es nur finden, wenn du bereit bist, zu wachsen.“
„Aber wenn du mich eingräbst, dann sterbe ich“, wehrte sich die Tulpenzwiebel immer noch. „Was heißt schon sterben“, entgegnete der Alte. „Du siehst es nur von einer Seite. Aus dem Dunkel der Erde wächst dein neues Leben. Du stirbst nicht, du wirst verwandelt. Je mehr du deine alte Gestalt aufgibst, desto mehr kann eine neue geboren werden, die dir selbst und den Menschen gefallen wird. Werde die, die du wirklich bist!“ „Das klingt fremd für mich, Gärtner: Werde die, die du wirklich bist? Ich bin doch schon jemand, eine Tulpenzwiebel.“
„In dir steckt noch viel mehr, als du jetzt zu sehen vermagst. Du darfst nicht glauben, dass das, was du noch nicht erkennen kannst, deshalb nicht vorhanden sei. Alles Sichtbare wächst aus dem Verborgenen. Du bist ein Same voll blühender Zukunft, voll unendlicher Lebensmöglichkeiten, die tief verborgen in dir schlafen und nur darauf warten, geweckt zu werden.“ „Aber ist das Licht der Sonne denn nicht genug, um meine Lebenskraft zu wecken? Warum muss ich das Dunkel und die Schwere der Erde ertragen?“
„So einfach, wie du denkst, ist es mit dem Leben nicht“, erklärte der Gärtner. „Manches, was dir heute weh tut und als Unglück erscheint, kann morgen dein Glück bedeuten. Nicht nur das Licht der Sonne fördert unsere Fähigkeiten und unsere Lebensenergie, sondern auch das Dunkel und die Erde helfen uns zum Wachsen und Reifen, wie nur sie es vermögen.“
Nachdem er das gesagt hatte, grub der alte Gärtner ein Loch und pflanzte die Tulpenzwiebel ein. Kurze Zeit sah sie noch einen Lichtpunkt über sich, dann aber umgab sie undurchdringliche Finsternis. Die lange, beschwerliche Zeit des Wachsens begann. „Jetzt ist es bald zu Ende mit mir“, jammerte die kleine Tulpenzwiebel. „Es hätte so schön sein können, aber nun vergeht mein Leben in der Erde!“ Und sie schien sogar Recht zu haben. Denn ihre Gestalt veränderte sich mehr und mehr. Sie war
nicht länger eine glatte, wohlgeformte Zwiebel, sondern begann runzlig und schrumpelig zu werden. Aber sie bemerkte auch, wie sich tief in ihr etwas regte und bewegte, von dem sie nicht sagen konnte, was es war. Dieses Gefühl in ihrem Innern versetzte sie für viele Wochen in unbekannte Unruhe. Nach langen, traurig-düsteren Tagen durchfuhr sie ein heftiger Schmerz, als ob eine Lanze sie aus ihrer Mitte heraus durchbohre. Diese Wunde eröffnete ihr einen neuen Lebensraum. Der Panzer ihres bisherigen Lebens war durchbrochen. An die Stelle abgrundtiefer Finsternis trat wenig später taghelles, wärmendes Licht: Ihr erster Trieb hatte nämlich die Zwiebelschale und den Erdboden durchdrungen. Das flimmernde Sonnenlicht, ein erfrischend prickelnder Luftzug und das vielstimmige Lied der Vögel umwarben sie nun.
„Das also meinte der Gärtner“, dachte die heranwachsende Blume. „Wachstum betrifft das ganze Wesen. Mein äußeres Wachsen ist ein Gleichnis für etwas noch Größeres und Schöneres, das tief innen in meiner Mitte beginnt und dann die Schale durchbricht, damit sich der Kern, mein eigentliches Wesen, entfalten kann.“ Sanft streichelten die Sonnenstrahlen den hellgrünen Trieb, der sich wohlig räkelte und unter der Zärtlichkeit der Sonne wuchs. Es tat ihm gut, dass die Sonne ihn einfühlsam zum Leben lockte, ganz wie es seiner Kraft entsprach.
Mit der Zeit bildete sich am Schaft des Triebes eine Verdickung. Die Blüte reifte und reifte. „Noch lebst du nur für dich selber und verwendest deine Kraft auf die Entfaltung deines Wesens“, erklärte der Gärtner. „Aber bald wirst du ganz offen sein für das Lächeln der Sonne, für die Schmetterlinge, für den Wind und den Regen. Du wirst Farbe und Duft und Freude in die Welt tragen, um diesen Garten für alle lebendiger und bunter zu machen. Dann wirst du blühen, kleine Blume, und es wird keine einzige Blume im großen Garten geben, die so ist wie du.“
„Es bereitet sich schon vor“, flüsterte die Knospe. „Es ist, als ob sich in mir Schale um Schale schöbe. Aber nicht so wie in der Zwiebel. Die Schalen fühlen sich viel zarter und verletzlicher an, wie Schmetterlingsflügel. Wann ist der Tag gekommen, an dem ich meine Knospe öffnen muss?“ „Du musst so weit in den Himmel hineinwachsen, wie du in die Tiefer der Erde verwurzelt bist. Dann ist deine Stunde gekommen. Du wirst es spüren. Bald würde das Knospengehäuse zu klein sein für die Blüte. Ihre Blätter begannen schon, sich auszuspannen und auszudehnen. Die erwachsende Tulpe versuchte, ihre Blütensegel wie Flügel zu weiten. Aber noch waren sie im Dunkel ihrer Knospe gefangen und mussten mit aller Kraft drängen, um die behütende Knospe aufzubrechen. Das war nicht leicht. Jeder Riss in der Schale schmerzte ein wenig.
Bald aber strömte helles Sonnenlicht durch die ersten Risse, ein wenig später begrüßte die junge Tulpe noch etwas zerknittert den sonnigen Tag. Langsam und vorsichtig tastend streckte sie ihre rotgelben, seidenen Blätter dem Licht entgegen. Sie ließ sich von der angenehmen Wärme durchströmen bis in die letzten Fasern.
Ein unbekanntes Glücksgefühl durchzitterte sie, und sie empfand sich zum ersten Mal als ganz frei. Sie fühlte sich so leicht wie das Licht und zugleich so schwer wie die Erde und spürte, dass beides – Himmel und Erde – als eine große Wirklichkeit zusammengehören.
von Ulrich Peters


Diese Geschichte liegt schon seit längerem hier herum und da es ja Frühling ist, passt sie doch wunderbar! (und nicht nur dann.) Und da die Farben im Garten mit aller Pracht erwachen - darunter auch die Tulpen, ist sie mir heute zum Glück (!) wieder eingefallen.

Habt noch einen frühlingshaften Sonntag , Eure Uli